Verbesserung der Öffentlichen Gesundheit durch ein besseres Verständnis der Epidemiologie nagetierübertragener Krankheiten (RoBoPub)

Verbesserung der Öffentlichen Gesundheit durch ein besseres Verständnis der Epidemiologie nagetierübertragener Krankheiten (RoBoPub)

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (2017-2020) | Bereich: Gesundheitsforschung

Interesse des Auftraggebers |

Das interdisziplinäre RoBoPub-Verbundvorhaben unter der Federführung des Friedrich-Loeffler-Instituts Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), ist darauf ausgerichtet, eine umfassende Wissensbasis über die Epidemiologie von zwei durch Nagetiere übertragene Zoonoseerreger, Hantaviren und Leptospiren, zu schaffen und die gewonnenen Erkenntnisse in Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) umzusetzen. Es handelt sich sowohl bei Hantaviren, als auch bei Bakterien der Gattung Leptospira um in Deutschland auftretende Erreger, die durch Nagetiere wie die Feld- oder Rötelmaus übertragen werden. Durch die Erreger hervorgerufene Krankheitsfälle unterliegen starken regionalen und saisonalen Schwankungen, wobei die häufige Manifestation in grippeähnlichen Symptomen eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer an Nicht- und Fehldiagnosen vermuten lässt. Obwohl die Mehrzahl der Hantavirus- und Leptospirose-Erkrankungen mit milden klinischen Symptomen einhergeht, können auch schwere und tödliche Krankheitsverläufe mit dauerhafter Nierenschädigung oder Nierenversagen auftreten.

Im Rahmen dieser synergistischen One-Health-Initiative sollen die verschiedenen Aspekte der Erregerübertagung, die Manifestation und Diagnose der humanen Erkrankung, sowie soziale Aspekte der Sensibilisierung und Risikowahrnehmung der niedergelassenen Ärzte und der Bevölkerung untersucht werden. Ziel ist es, sämtliche Erkenntnisse in eine Risikobewertung zu überführen, auf deren Basis Gefahrenkarten, Frühwarnmodule, Risikomanagementpläne und Gesundheitspläne erarbeitet werden und unter Einbezug des öffentlichen Gesundheitsdienstes an die Bevölkerung und besonders betroffene Personengruppen kommuniziert werden.

Neben dem sine-Institut sind folgende Kooperationspartner an dem Verbundvorhaben beteiligt:

  • Friedrich-Loeffler-Institut Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), Insel Riems (Koordination)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin
  • Julius Kühn-Institut (JKI), Münster
  • Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Wardenburg
  • Niedersächsisches Landesgesundheitsamt (NLGA), Hannover
  • Universitätsmedizin Charité Campus Mitte (CCM), Berlin
  • Universität Leipzig (UL), Leipzig

 

sine-Auftrag |

Als Kooperationspartner des RoBoPub Verbundvorhabens übernimmt SINE das Teilvorhaben „Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit und Sensibilisierung der Ärzte in endemischen Regionen“. Anhand qualitativer, empirischer Untersuchungen und mithilfe von Methodentriangulation sollen zum einen die Risikowahrnehmung, das Risikowissen, die Praktiken im Umgang mit den beiden Erregern, die Informationserwartungen der Bevölkerung sowie der Grad der Sensibilisierung der niedergelassenen Ärzte in den endemischen (und neu aufkommenden endemischen) Regionen erforscht werden. Darauf aufbauend werden verbesserte Gesundheitskommunikationsstrategien für beide Zielgruppen erarbeitet, welche insbesondere neue Medien und Kanäle wie z.B. soziale Medien, e-Health, m-Health und telemedizinische Ansätze berücksichtigen.

Erhebungs- und Auswertungsmethoden

  • Erstellung einer Topic-spezifischen Datenbank relevanter Literatur im Bereich nagetierübertragener Krankheiten mit dem besonderen Fokus auf Hantaviren und Leptospiren.
  • Leitfadengestützte Experteninterviews mit Allgemeinmedizinern in bestehenden und neu entstehenden, endemischen Gebieten, öffentlichen Gesundheitsdiensten und relevanten Stakeholderverbänden.
  • Fokusgruppen mit Teilnehmern aus der Bevölkerung in bestehenden und neu entstehenden, endemischen Gebieten.

Die Intensivauswertung der Experteninterviews führt zur Entwicklung eines gezielten Informations- und Weiterbildungsangebotes für Ärzte in neu aufkommenden und bestehenden endemischen Regionen unter Einbeziehung neuer Kommunikationstools, einschließlich telemedizinischer Ansätze. Die Intensivauswertung der Fokusgruppendiskussionen liefert wertvollen Input für das Design verbesserter Kommunikationskampagnen unter Einbeziehung von Sozialen Netzwerken.

Für SINE stellt das RoBoPub-Projekt eine systematische Fortsetzung des EU-Projekts EDENext (www.edennext.eu) auf nationaler Ebene dar. In EDENext führte SINE eine 5-Länder-vergleichende Studie (Albanien, Deutschland, Finnland, Frankreich und Türkei) zur Risikowahrnehmung und Risikokommunikation von vektorgebundenen Infektionskrankheiten (einschließlich Hantaviren und Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber), durch.

 

Bearbeitung | Dr. Kerstin Dressel (Projektleitung), Dr. Marion Müller, Sebastian Kleele, Lisa Donath

Für weitere Informationen: Dr. Kerstin Dressel